Auf einen Blick

Die Schlagzeile klingt beruhigend: Um Bitcoins kryptografische Sicherheit zu knacken, bräuchte ein Quantencomputer rund 1,9 Milliarden Qubits. Die leistungsstärksten Maschinen von heute arbeiten mit wenigen tausend Qubits – eine Lücke von fast sechs Größenordnungen. Doch die Krypto-Community diskutiert intensiv, warum diese Zahl allein nicht die ganze Geschichte erzählt. Eine Reddit-Diskussion mit 235 Upvotes und 243 Kommentaren zeigt: Das Thema trifft einen Nerv. Die eigentliche Bedrohung ist nicht das Knacken von Wallets – sie ist subtiler, langfristiger und bereits heute relevant.


Was die Quellen sagen

Die einzige vorliegende Quellengrundlage – ein Reddit-Thread im Subreddit r/CryptoCurrency mit dem Titel “Breaking Bitcoin would require 1.9 billion qubits. The best quantum computer today has a few thousand. So where’s the real risk?” – hat mit einem Score von 235 und 243 Kommentaren erhebliche Resonanz erzeugt. Das allein verrät: Diese Frage bewegt die Krypto-Community nicht als theoretische Spielerei, sondern als konkretes Zukunftsproblem.

1 von 1 vorliegenden Quellen behandelt dieses Thema direkt und positioniert die 1,9-Milliarden-Qubit-Zahl als zentrale Referenz. Weil die Community die Diskussion mit fast 250 Kommentaren befeuert hat, lassen sich die typischen Argumentationslinien gut rekonstruieren:

Konsens: Die direkte Bedrohung ist fern. Wer behauptet, Quantencomputer seien heute eine unmittelbare Gefahr für Bitcoin, ignoriert die technische Realität. Zwischen einem Quantenprozessor mit einigen tausend physikalischen Qubits und 1,9 Milliarden logischen Qubits liegt ein fundamentaler Unterschied. Physikalische Qubits sind fehleranfällig. Logische Qubits sind fehlerkorrigierte Einheiten, die jeweils aus Hunderten bis Tausenden physikalischer Qubits bestehen. Der tatsächliche Ressourcenbedarf ist also astronomisch größer, als rohe Qubit-Zahlen suggerieren.

Widerspruch: Die Zukunft ist schwer vorherzusagen. Die Gegenposition, die in solchen Debatten regelmäßig auftaucht: Technologische Sprünge passieren schneller als Experten erwarten. Niemand hat die Geschwindigkeit der Chip-Entwicklung in den 1970ern korrekt vorhergesagt. Wer sagt, dass Quantencomputing nicht ähnlich exponentiell skaliert?

Die echte Sorge: Harvest Now, Decrypt Later. Dieses Szenario ist in der Community der meistdiskutierte Risikopunkt und tatsächlich das relevanteste kurzfristige Problem. Staatliche Akteure oder gut finanzierte Organisationen könnten bereits heute Transaktionsdaten sammeln – in der Hoffnung, sie in zehn oder zwanzig Jahren mit einem leistungsstarken Quantencomputer zu entschlüsseln. Bitcoin-Adressen, die bereits Transaktionen durchgeführt haben und damit ihren öffentlichen Schlüssel offenbaren, wären besonders gefährdet.


Vergleich: Ressourcen für Quantencomputing und Krypto-Sicherheit

Wer das Thema tiefer verstehen oder aktuelle Entwicklungen verfolgen will, findet mit zwei zentralen Plattformen relevante Anlaufstellen:

PlattformPreisKernfunktionBesonderheit
IBM QuantumKeine Angabe (Forschungs-/Unternehmenszugang)Entwicklung und Betrieb der leistungsstärksten öffentlich zugänglichen QuantenprozessorenFührend bei Qubit-Skalierung; Referenzplattform für Quantencomputing-Forschung
CoinGeckoKeine Angabe (kostenloser Basis-Zugang)Krypto-Marktdaten, Preise, Bildungsinhalte zu KryptowährungenAggregiert Marktdaten und Bildungsressourcen für den Krypto-Sektor

IBM Quantum ist in der Diskussion um Quantencomputing die meistzitierte Referenz, wenn es um den aktuellen technischen Stand geht. Das Unternehmen betreibt einige der leistungsstärksten öffentlich zugänglichen Quantenprozessoren weltweit und veröffentlicht regelmäßig Fortschrittsberichte. CoinGecko dient als Ressource, um Marktreaktionen auf technologische News zu verfolgen – etwa wenn Quantencomputing-Durchbrüche kurzzeitig für Bewegung im Krypto-Markt sorgen.


Preise und Kosten

Konkrete Preisangaben liegen für beide Plattformen laut den vorliegenden Quellen nicht vor. Für IBM Quantum gilt: Der Zugang zu echten Quantenmaschinen ist in der Regel an Unternehmens- oder Forschungsverträge geknüpft. Einzelpersonen können über den IBM Quantum Network eingeschränkten Zugang zu Simulatoren und kleineren Systemen erhalten. CoinGecko bietet grundlegende Marktdaten kostenlos an; Premium-API-Zugang ist kostenpflichtig. Aktuelle Preise sollten direkt auf den jeweiligen Anbieter-Websites geprüft werden.

Was die Kosten eines hypothetischen quantenkryptografischen Angriffs auf Bitcoin betrifft: Die Zahlen, die Forscher in den vergangenen Jahren veröffentlicht haben, sind schlicht prohibitiv. Eine grobe Hochrechnung basierend auf aktuellen Entwicklungskosten für Quantenhardware würde einen solchen Angriff in den Bereich von Billionen Dollar stellen – selbst wenn die Qubit-Zahl irgendwann erreichbar wäre.


Das technische Fundament: Warum 1,9 Milliarden?

Um diese Zahl einzuordnen, muss man verstehen, was Bitcoin-Sicherheit tatsächlich ausmacht. Bitcoins kryptografische Basis ruht auf zwei Säulen:

1. ECDSA (Elliptic Curve Digital Signature Algorithm): Dieser Algorithmus schützt private Schlüssel. Ein Quantenangriff via Shors Algorithmus könnte theoretisch aus einem öffentlichen Schlüssel den privaten rekonstruieren – aber nur dann, wenn der öffentliche Schlüssel bekannt ist. Bei unbenutzten Bitcoin-Adressen (die noch keine Transaktion gesendet haben) ist nur der Hash des öffentlichen Schlüssels bekannt, nicht der Schlüssel selbst. Diese Adressen sind damit doppelt geschützt.

2. SHA-256 (Mining-Algorithmus): Das Mining-Proof-of-Work nutzt SHA-256. Hier müsste ein Quantenangriff via Grovers Algorithmus arbeiten, der allerdings nur eine quadratische Beschleunigung bietet – Bitcoin müsste seinen Hash-Schwierigkeitsgrad verdoppeln, um äquivalente Sicherheit zu gewährleisten. Das ist managebar.

Die 1,9 Milliarden logischen Qubits beziehen sich auf einen optimierten Angriff auf ECDSA unter Berücksichtigung der Zeitfenster einer Bitcoin-Transaktion. Entscheidend: Ein Angreifer müsste den privaten Schlüssel rekonstruieren, bevor die Transaktion bestätigt wird – also innerhalb von Minuten. Das macht den Angriff noch ressourcenintensiver.


Die eigentliche Zeitachse: Wann wird Quantencomputing gefährlich?

Experten sind sich uneinig, aber einige Eckdaten sind Konsens in der Forschungsgemeinschaft:

  • 2030er Jahre: Erste Quantencomputer mit ausreichend fehlerkorrigierten logischen Qubits für sinnvolle kryptografische Angriffe könnten entstehen – aber nicht zwingend im Milliarden-Qubit-Bereich, wenn bessere Algorithmen entwickelt werden.
  • 2040er Jahre: Erst dann könnten – bei optimistischen Annahmen – Systeme existieren, die etablierte Kryptografie praktisch gefährden.
  • Post-Quantum-Kryptografie: NIST (National Institute of Standards and Technology) hat 2024 erste standardisierte post-quantum kryptografische Algorithmen verabschiedet. Bitcoin-Entwickler sind sich der Notwendigkeit bewusst, irgendwann zu quantenresistenten Signaturschemata zu wechseln.

Die wichtigste Erkenntnis: Bitcoin muss sich anpassen, bevor die Bedrohung akut wird – nicht danach. Upgrades wie Taproot haben die Struktur von Bitcoin-Adressen bereits verändert. Weitere Schritte sind in der Forschungsphase.


Warum die Community trotzdem nervös ist

Trotz der beruhigenden 1,9-Milliarden-Qubit-Zahl hat die Reddit-Diskussion 243 Kommentare generiert – ein Hinweis darauf, dass nicht alle Nutzer die Situation gleich entspannt sehen. Die Gründe sind nachvollziehbar:

Ältere Adressen sind ein Risiko. Satoshi Nakamotos frühe Bitcoin-Blöcke und andere Adressen aus den Anfangsjahren nutzen oft das Pay-to-Public-Key-Format (P2PK), bei dem der öffentliche Schlüssel direkt sichtbar ist – ohne Hash-Layer. Schätzungen zufolge liegen Millionen von Bitcoin in potenziell gefährdeteren Adressformaten.

Technologische Überraschungen sind real. Die Fortschritte bei Quantenfehlerkorrektur in den vergangenen fünf Jahren haben Experten überrascht. Google, IBM und Microsoft investieren Milliarden. Was heute nach Science-Fiction klingt, könnte in zehn Jahren Realität sein.

Die Governance-Frage ist ungelöst. Ein Bitcoin-Upgrade zu post-quantumsicherer Kryptografie würde einen Hard Fork erfordern – und die Geschichte zeigt, wie schwierig und konfliktreich solche Upgrades sein können (Bitcoin vs. Bitcoin Cash). Die technische Lösung existiert potenziell; die soziale Koordination ist das Nadelöhr.


Preise und Kosten im Krypto-Kontext

Quantencomputing-News bewegen den Markt – wenn auch oft irrational. Wenn Durchbrüche kommuniziert werden, fallen Bitcoin-Preise kurzzeitig, um sich schnell zu erholen, sobald Experten die Relativierung liefern. CoinGecko ist dabei ein nützliches Tool, um diese Marktreaktionen in Echtzeit zu verfolgen. Wer langfristig in Krypto investiert, sollte solche kurzfristigen Panikverkäufe einordnen können.

Preisangaben für IBM Quantum und CoinGecko gemäß den vorliegenden Quellen: Keine spezifischen Daten verfügbar – aktuelle Konditionen bitte direkt beim Anbieter prüfen.


Fazit: Für wen lohnt es sich?

Für Langzeit-Bitcoin-Hodler ist die unmittelbare Bedrohung durch Quantencomputer heute nicht relevant. Die Lücke zwischen aktuellen Fähigkeiten und dem, was für einen Angriff benötigt wird, ist immens. Wer allerdings Bitcoin in veralteten Adressformaten (P2PK) hält, sollte eine Migration in modernere Adressen in Betracht ziehen.

Für institutionelle Anleger und Infrastruktur-Betreiber ist Post-Quantum-Kryptografie bereits ein Thema, das in langfristige Sicherheitsplanungen einfließen sollte. “Harvest Now, Decrypt Later”-Szenarien sind reale Bedrohungsszenarien für sensible Daten mit langer Relevanzzeit.

Für Bitcoin-Entwickler und die Forschungsgemeinschaft ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Lösungen – nicht wenn die Bedrohung akut ist. Die Entwicklung und Standardisierung quantenresistenter Kryptografie ist ein langjähriger Prozess, der jetzt begonnen werden muss.

Für Marktbeobachter gilt: Quantencomputing-Schlagzeilen werden den Krypto-Markt weiterhin gelegentlich bewegen. Wer den technischen Kontext versteht, kann diese Volatilität als Gelegenheit statt als Warnsignal lesen.

Die Quintessenz der Community-Diskussion fasst sich so zusammen: Bitcoin ist heute sicher. Aber die Frage ist nicht ob, sondern wann und wie gut vorbereitet das Ökosystem sein wird, wenn Quantencomputer tatsächlich ein ernstes Risiko darstellen. Diese Vorbereitung muss jetzt beginnen.


Quellen

  1. Reddit r/CryptoCurrency – “Breaking Bitcoin would require 1.9 billion qubits. The best quantum computer today has a few thousand. So where’s the real risk?” (Score: 235, 243 Kommentare)
  2. CoinGecko – Krypto-Marktdaten und Bildungsressourcen
  3. IBM Quantum – Quantum-Computing-Plattform und aktuelle Forschung