Auf einen Blick

Buy Now, Pay Later (BNPL) ermöglicht das Bezahlen nach Erhalt der Ware oder die Aufteilung in Raten – ohne klassischen Kreditvertrag. Marktführer Klarna dominiert mit 60% Marktanteil, gefolgt von PayPal und Riverty (ehemals AfterPay). Während die Anbieter mit kostenlosen 30-Tage-Zahlungszielen werben, bergen Ratenzahlungen Risiken: Effektive Jahreszinsen von 10-12% und seit 2024 SCHUFA-Einträge bei Klarna machen aus der vermeintlichen Flexibilität schnell eine teure Falle. 3 von 4 Community-Quellen warnen vor unkontrollierter Überschuldung, besonders bei jungen Nutzern unter 25 Jahren.

Was die Quellen sagen: Zwischen Bequemlichkeit und Warnung

Die Meinungen zu BNPL-Diensten sind gespalten. 3 von 4 ausgewerteten Reddit-Diskussionen in r/Finanzen zeigen eine kritische Haltung, während Anbieter mit Zahlen zum Marktwachstum kontern.

Konsens: Die Schuldenfalle ist real

Laut einer Reddit-Diskussion mit 423 Upvotes berichten zahlreiche Nutzer von unkontrollierten BNPL-Schulden. Die überwiegende Mehrheit der r/Finanzen-Community lehnt BNPL ab, mit dem klaren Tenor: „Wer sich etwas nicht leisten kann, sollte es nicht auf Raten kaufen." Besonders betroffen sind junge Nutzer zwischen 18 und 25 Jahren, die durch die einfache Verfügbarkeit zum Überkonsum verleitet werden.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband warnt ebenfalls eindringlich und bezeichnet BNPL als Schuldenfalle für junge Verbraucher. Die Organisation fordert strengere Regulierung und eine verpflichtende Bonitätsprüfung vor jeder BNPL-Transaktion.

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Widerspruch: Markt wächst trotz Kritik

Dem gegenüber steht eine Handelsblatt FinTech-Analyse, die neutral berichtet: Der BNPL-Markt in Deutschland wächst 2025 auf geschätzte 25 Milliarden Euro Transaktionsvolumen. Klarna dominiert mit etwa 60% Marktanteil, doch PayPal holt rasant auf. Diese Diskrepanz zwischen Warnungen und Markterfolg zeigt: BNPL wird genutzt – oft gegen besseres Wissen.

Praxis-Tipps aus der Community

Ein detaillierter Vergleich mit 287 Upvotes liefert konkrete Empfehlungen: PayPal ist bei kleinen Beträgen unter 200 Euro günstiger, Klarna bei größeren Summen flexibler. Beide verlangen etwa 10-12% effektiven Jahreszins. Die Community rät jedoch klar: „Nutzt lieber die 0%-Finanzierung direkt beim Händler" – etwa bei Saturn, MediaMarkt oder großen Elektronikhändlern.

Wichtig für die Kreditwürdigkeit: Ein Reddit-Thread mit 198 Upvotes klärt auf, dass Klarna seit 2024 Ratenzahlungen an die SCHUFA meldet. Häufige BNPL-Nutzung kann den Score verschlechtern. Der Tipp: Rechnungskauf mit 30-Tage-Zahlungsziel wird meist NICHT gemeldet – nur Ratenzahlungen.

Die Community-Empfehlung lautet daher einhellig: BNPL nur mit striktem Haushaltsbuch nutzen und Ratenzahlungen vermeiden, wenn man die Summe nicht sofort zurückzahlen könnte.

Vergleich: Die wichtigsten BNPL-Anbieter in Deutschland

AnbieterKernfunktionPreis für KäuferBesonderheit
KlarnaRechnung (30 Tage), Ratenzahlung (6-36 Monate)Rechnung kostenlos, Raten ab 9,99% eff. JahreszinsMarktführer mit Shopping-App, über 450.000 Händler weltweit
PayPal Pay Later30-Tage-Zahlung, Ratenzahlung (3-24 Monate)30-Tage kostenlos, Raten ab 9,99% (bis 17,99% je nach Bonität)Riesiges Händlernetzwerk, kein Extra-Konto nötig
RivertyRechnungskauf (14 Tage), Flex-Zahlung (3-12 Monate)Rechnung kostenlos, Raten ab 10,00% eff. JahreszinsBertelsmann-Tochter, verantwortungsvolle Kreditvergabe
Apple Pay Later4 Raten in 6 Wochen0% Zinsen, 0 EUR GebührenNur für Apple-Nutzer, max. 1.000 EUR pro Kauf
BillieRechnungskauf (30-90 Tage), RatenzahlungIndividuelle B2B-KonditionenFokus auf Geschäftskunden
RatepayRechnungskauf (14-30 Tage), RatenzahlungRechnung kostenlos, Raten ab 11,95% eff. JahreszinsWhite-Label für Großhändler (OTTO, MediaMarkt, Zalando)

Was die Tabelle nicht zeigt: Händlergebühren

Für Verbraucher unsichtbar, aber relevant für die Preisgestaltung: Händler zahlen zwischen 1,50% (Billie B2B) und 3,50% (Riverty) Transaktionsgebühren. Klarna und PayPal liegen mit jeweils rund 2,49% + 0,35 EUR pro Transaktion im Mittelfeld. Diese Kosten werden oft auf Produktpreise umgelegt – ein versteckter Nachteil von BNPL.

Preise und Kosten: Was zahlen Verbraucher wirklich?

Die Preisstruktur von BNPL-Anbietern wirkt auf den ersten Blick verbraucherfreundlich: Rechnungskauf ist bei allen Anbietern kostenlos – Klarna gewährt 30 Tage, Riverty 14 Tage, Ratepay zwischen 14 und 30 Tagen je nach Händler.

Ratenzahlungen: Hier wird es teuer

Sobald die Ratenzahlung ins Spiel kommt, fallen Zinsen an:

  • Klarna: ab 9,99% eff. Jahreszins (6-36 Monate)
  • PayPal: ab 9,99%, bonitätsabhängig bis 17,99% eff. Jahreszins (3-24 Monate)
  • Riverty: ab 10,00% eff. Jahreszins (3-12 Monate)
  • Ratepay: ab 11,95% eff. Jahreszins

Beispielrechnung: Bei einem 500-Euro-Kauf mit 12 Monaten Laufzeit und 10% effektivem Jahreszins zahlt man etwa 27 Euro Zinsen – der Kauf kostet damit real 527 Euro.

Laut dem Reddit-Vergleich mit 287 Upvotes gilt: Bei kleinen Beträgen unter 200 Euro ist PayPal tendenziell günstiger, bei größeren Summen bietet Klarna mehr Flexibilität durch längere Laufzeiten bis 36 Monate.

Die Ausnahme: Apple Pay Later

Apple Pay Later sticht heraus: 4 Raten in 6 Wochen – komplett zinsfrei und ohne Gebühren. Der Haken: Nur für Apple-Nutzer verfügbar, maximal 1.000 Euro pro Kauf, und seit 2025 erst in Deutschland gestartet. Die Community-Bewertung ist hier positiv: „Wenn schon BNPL, dann das – aber auch nur, wenn man die Summe sofort zurückzahlen könnte."

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Die versteckten Kosten: SCHUFA-Einträge

4 von 4 Quellen bestätigen: Seit 2024 melden BNPL-Anbieter – allen voran Klarna – Ratenzahlungen an die SCHUFA. Wer häufig BNPL nutzt, verschlechtert seinen Score, was später bei Wohnungs- oder Kreditsuche zum Problem wird. Tipp aus der Community: Rechnungskauf (30-Tage-Ziel) wird meist nicht gemeldet – nur Ratenzahlungen landen in der SCHUFA.

Vergleich mit Händler-0%-Finanzierung

Die Reddit-Community ist sich einig: Wer wirklich finanzieren muss, sollte zur 0%-Finanzierung direkt beim Händler greifen. MediaMarkt, Saturn und viele Möbelhäuser bieten echte 0% ohne versteckte Zinsen – allerdings mit längerer Laufzeit und teils höheren Anforderungen an die Bonität.

Die Regulierung kommt: EU-Verbraucherkreditrichtlinie 2026

Ab 2026 fällt BNPL unter die verschärfte EU-Verbraucherkreditrichtlinie. Laut Handelsblatt-Analyse wird dies den Markt verändern: Verpflichtende Bonitätsprüfungen, Widerrufsrechte und klarere Preisinformationen werden Standard. Die Verbraucherzentrale hatte genau das gefordert – und bekommt nun recht.

Was das für Verbraucher bedeutet: Mehr Schutz, aber auch weniger spontane Käufe. Anbieter müssen künftig vor jeder BNPL-Transaktion die Kreditwürdigkeit prüfen – was abgelehnte Käufe bedeuten kann.

Die Risiken: Was 3 von 4 Quellen warnen

1. Überschuldungsgefahr

Alle 3 kritischen Quellen (Reddit mit 423 Upvotes, Verbraucherzentrale, r/Finanzen-Konsens) nennen das gleiche Problem: Die psychologische Hemmschwelle zum Kauf sinkt dramatisch. „Nur 4 Zahlungen à 50 Euro" klingt harmloser als „200 Euro sofort zahlen" – doch die Summe bleibt gleich.

Die Reddit-Erfahrungsberichte zeigen: Besonders junge Nutzer zwischen 18 und 25 Jahren häufen mehrere BNPL-Käufe parallel an. Plötzlich sind es fünf laufende Ratenzahlungen – und der Überblick geht verloren.

2. Zinsfalle bei Verzug

Was in den Marketing-Materialien fehlt: Bei verspäteter Zahlung fallen Mahngebühren und Verzugszinsen an. Klarna etwa verlangt 1-2 Mahngebühren plus Verzugszinsen – aus dem „kostenlosen" Rechnungskauf wird schnell ein teurer Kredit.

3. SCHUFA-Schaden

Seit 2024 ist klar: Ratenzahlungen landen in der SCHUFA. Wer viele BNPL-Käufe auf Raten laufen hat, gilt als kreditabhängig – selbst wenn alle pünktlich bezahlt werden. Das kann später die Wohnungssuche oder einen Autokredit erschweren.

Die Anbieter im Detail

Klarna: Der Platzhirsch mit Shopping-App

Klarna dominiert mit 60% Marktanteil und über 450.000 Händlern weltweit. Die integrierte Shopping-App bietet Preisvergleich und Wunschlisten – eine clevere Strategie, um Nutzer ans Ökosystem zu binden.

Vorteil: Maximale Händlerakzeptanz, lange Laufzeiten bis 36 Monate möglich.
Nachteil: Seit 2024 SCHUFA-Meldung bei Ratenzahlungen, hohe Zinsen ab 9,99%.

PayPal Pay Later: Der Aufsteiger

PayPal nutzt sein riesiges Netzwerk und integriert BNPL nahtlos – kein separates Konto nötig. Laut Handelsblatt holt PayPal rasant auf.

Vorteil: Einfachste Integration, keine neue App nötig.
Nachteil: Zinsen bis 17,99% bei schlechter Bonität, Community rät: „Nur für Beträge unter 200 Euro sinnvoll."

Riverty: Der Verantwortungsvolle

Die Bertelsmann-Tochter betont „verantwortungsvolle Kreditvergabe" und lehnt häufiger Anfragen ab als Klarna. Händlergebühren sind mit 2,20-3,50% etwas variabler – je nach Branche und Risiko.

Vorteil: Strengere Prüfung schützt vor Überschuldung.
Nachteil: Kürzeres Rechnungsziel (14 Tage statt 30).

Apple Pay Later: Die zinsfreie Alternative

0% Zinsen, 0 EUR Gebühren – klingt zu gut, um wahr zu sein. Ist es aber, zumindest für Apple-Nutzer. Die Einschränkung: Nur 4 Raten in 6 Wochen, maximal 1.000 Euro.

Urteil der Community: „Wenn schon BNPL, dann das – aber auch nur, wenn man es sich leisten kann."

Billie und Ratepay: B2B und White-Label

Billie fokussiert Geschäftskunden mit 30-90 Tagen Zahlungsziel. Ratepay powert als White-Label-Lösung die BNPL-Angebote von OTTO, MediaMarkt und Zalando – oft ohne dass Kunden den Namen kennen.

Praxis-Szenarien: Wann lohnt sich BNPL?

✅ Sinnvoll: Rechnungskauf mit 30-Tage-Ziel

Wer Online-Shopping betreibt und Ware erst nach Prüfung bezahlen will, profitiert vom kostenlosen Rechnungskauf. Klarna (30 Tage) und Riverty (14 Tage) sind hier legitime Alternatien zur Vorkasse – ohne Zinsen, ohne SCHUFA-Eintrag (bei pünktlicher Zahlung).

✅ Akzeptabel: Apple Pay Later für kurzfristige Liquidität

Wer ein neues iPhone kauft, aber das Gehalt erst in 10 Tagen kommt: Apple Pay Later mit 0% Zinsen ist die beste BNPL-Option. Voraussetzung: Man könnte den Betrag sofort zahlen.

⚠️ Kritisch: Ratenzahlung bei Konsumgütern

Ein 500-Euro-Fernseher auf 12 Raten? 3 von 4 Community-Quellen raten ab: Wer sich etwas nicht leisten kann, sollte sparen – nicht finanzieren. Die 27 Euro Zinsen aus dem obigen Beispiel sind verschenktes Geld.

❌ Schuldenfalle: Mehrere parallele BNPL-Käufe

Alle 4 kritischen Quellen warnen eindringlich: Wer mehrere BNPL-Käufe parallel laufen lässt, verliert den Überblick. Die Reddit-Erfahrungsberichte zeigen: Aus drei „kleinen" Raten à 50 Euro werden schnell 150 Euro monatliche Belastung – plus Miete, Handy, Netflix.

Fazit: Für wen lohnt sich BNPL?

Buy Now, Pay Later ist ein zweischneidiges Schwert. Die klare Mehrheit der ausgewerteten Quellen – 3 von 4 Reddit-Diskussionen und die Verbraucherzentrale – warnt vor der Überschuldungsgefahr. Gleichzeitig wächst der Markt 2025 auf 25 Milliarden Euro Transaktionsvolumen.

Empfehlung nach Nutzertyp:

Für disziplinierte Käufer: Rechnungskauf (30 Tage) ist eine sinnvolle Alternative zur Vorkasse – kostenlos, flexibel, ohne SCHUFA-Risiko bei pünktlicher Zahlung.

Für Apple-Nutzer: Apple Pay Later mit 0% Zinsen ist die beste BNPL-Option – aber nur, wenn man die Summe eigentlich sofort zahlen könnte.

Für Sparfüchse: Finger weg von Ratenzahlungen bei 10-12% Zinsen. Wer finanzieren muss, sucht sich die 0%-Finanzierung beim Händler – die gibt es bei MediaMarkt, Saturn und vielen Möbelhäusern.

Für junge Nutzer unter 25: Die Community-Warnung ist eindeutig – BNPL nur mit striktem Haushaltsbuch. Alle Reddit-Berichte zeigen: Die einfache Verfügbarkeit verleitet zu Überkonsum.

Die wichtigste Regel aus 4 Quellen:

Wenn du dir etwas jetzt nicht leisten kannst, kauf es nicht auf Raten. Spare lieber – und kaufe es dann ohne Zinsen und SCHUFA-Risiko.

Ausblick: Regulierung ab 2026

Die EU-Verbraucherkreditrichtlinie wird BNPL ab 2026 verschärft regulieren. Verpflichtende Bonitätsprüfungen und mehr Verbraucherschutz sind zu erwarten – ein Sieg für die Verbraucherzentrale, aber auch ein Signal: BNPL war bisher zu lax geregelt.

Bis dahin gilt: Nutze BNPL, aber mit Verstand. Rechnungskauf ist praktisch. Ratenzahlung ist teuer. Und mehrere parallele BNPL-Käufe sind der Anfang einer Schuldenspirale.

Quellen

  1. BNPL-Schuldenfalle: Erfahrungen mit Klarna-Schulden (Reddit r/Finanzen, 423 Upvotes)
  2. Klarna vs. PayPal Ratenzahlung: Was ist günstiger? (Reddit r/Finanzen, 287 Upvotes)
  3. SCHUFA-Auswirkungen von BNPL-Nutzung (Reddit r/Finanzen, 198 Upvotes)
  4. Klarna – Offizielle Website
  5. PayPal Pay Later – Offizielle Website
  6. Riverty – Offizielle Website
  7. Apple Pay – Offizielle Website
  8. Billie (B2B) – Offizielle Website
  9. Ratepay – Offizielle Website
  10. SCHUFA Selbstauskunft
  11. Verbraucherzentrale BNPL-Ratgeber